04 Erotische Geschichte: Das Interview
Sara und Tom hatten monatelang darüber gesprochen — wie es wohl wäre, einmal mit Macht zu spielen, nur ein einziges Mal, einfach um es auszuprobieren. Am Samstagnachmittag schrieben sie die Regeln am Küchentisch auf. Er sollte um neun im Gästezimmer warten.
[Das Interview]
Die Regeln schrieben sie am Samstagnachmittag gemeinsam am Küchentisch auf. Safeword. Weiche Grenzen. Harte Grenzen. Was erlaubt war und was nicht. Sara, die ein HR-Team leitete, nahm es so ernst wie einen Vertrag. Tom unterschrieb ihn wie ein Mann, der über sich selbst schmunzelte und nicht ganz verstand, warum seine Hand ein wenig zitterte.
Sie sagte ihm, er solle um neun im Gästezimmer warten. Er solle das tragen, was er zu einem echten Vorstellungsgespräch tragen würde. Und sein Handy in der Küche lassen.
Er sass im Gästezimmer in seinem weissen Hemd und seiner guten Hose und fühlte sich lächerlich. Dann hörte er ihre Absätze im Flur und fühlte sich nicht mehr lächerlich.
Sie öffnete die Tür.
Sie trug Schwarz. Einen Bleistiftrock, eine taillierte Bluse und die Art High Heels, die sie seit der Weihnachtsfeier im Büro vor drei Jahren nicht mehr getragen hatte. Ihr Haar war hochgesteckt. Ihr Lippenstift war rot.
«Herr Walsh», sagte sie. «Danke, dass Sie gekommen sind.»
Sie lächelte nicht. Sie ging an ihm vorbei zu dem Stuhl hinter dem kleinen Schreibtisch, den sie aus dem Arbeitszimmer herübergezogen hatten, und setzte sich mit überkreuzten Knöcheln. Sie sah ihn erst an, als sie bequem sass.
«Setzen Sie sich.»
Er setzte sich.
«Sie sind wegen der Stelle hier.»
«Ja.»
«Ja?»
Er zögerte einen halben Moment. Er sah, wie sich ihre Augenbraue hob. Er spürte, wie sich etwas in ihm nach vorn neigte.
«Ja, Chefin.»
«Besser.»
Sie liess sich Zeit. Sie tat so, als würde sie in eine Mappe schauen, die in Wahrheit leer war. Sie stellte ihm Fragen über ihn selbst, keine davon hatte mit einem Job zu tun. Sagen Sie mir, worin Sie gut sind. Sagen Sie mir, was Sie für die richtige Gelegenheit tun würden. Sagen Sie mir, wozu Sie Nein sagen würden. Jede Frage kam langsamer als die davor. Er versuchte, seine Hände ruhig auf den Knien zu halten.
«Stehen Sie auf.»
Er stand auf.
«Ziehen Sie Ihr Jackett aus.»
Er tat es.
«Ihr Hemd. Langsam.»
Er öffnete die Knöpfe einen nach dem anderen. Er spürte ihre Augen auf seinen Händen, auf seiner Brust, auf der Art, wie sein Atem schon kürzer war, als er hätte sein sollen. Er liess das Hemd auf den Stuhl fallen.
«Die Hose.»
Er zog sie aus. Er stand in Unterwäsche vor ihr. Er hatte sich noch nie in seinem Leben so entblösst gefühlt, nicht einmal beim ersten Mal, als sie vor fünfzehn Jahren miteinander geschlafen hatten.
Sie stand auf. Sie ging langsam im Kreis um ihn herum. Als sie hinter ihm war, konnte er ihr Gesicht nicht sehen. Er konnte nur ihr Parfum riechen und spüren, wie sich die Luft bewegte, wenn sie sich bewegte.
«Sie sind nervös.»
«Ja, Chefin.»
«Gut.»
Sie hob die schwarze Tasche vom Boden neben dem Schreibtisch auf. Sie nahm eine schwarze Augenbinde aus Seide heraus. Sie hielt sie hoch.
«Sagen Sie mir Ihr Wort.»
«Rot.»
«Sagen Sie mir, dass Ihr Wort Stopp bedeutet.»
«Rot bedeutet Stopp.»
«Gut.»
Sie band ihm die Augenbinde um den Kopf. Die Welt wurde dunkel. Er hörte ihren Atem. Er hörte das leise Rascheln von Stoff. Er hörte, wie sie die Tasche wieder öffnete.
Die Fesseln waren weich. Innen mit etwas Warmem gefüttert. Sie drehte ihn sanft zum Schreibtisch. Sie beugte ihn darüber, bis seine Brust auf dem Holz lag und seine Hände genau dort waren, wo sie sie haben wollte. Sie befestigte erst ein Handgelenk, dann das andere an den Beinen des Schreibtischs.
Jetzt atmete er schnell.
«Tom», sagte sie mit ihrer echten Stimme, leise. «Alles noch gut?»
«Ja. Ja, bitte.»
«Zurück zu Chefin.»
«Ja, Chefin.»
Sie ging hinter ihn. Er spürte ihre Finger, die langsam und bewusst seine Wirbelsäule hinunterglitten, bis zum unteren Rücken. Am Bund seiner Unterwäsche hielt sie inne.
«Die auch.»
Sie zog sie hinunter. Er stieg heraus, als sie es ihm sagte.
Sie stand einen langen Moment hinter ihm, ohne ihn zu berühren. Er hörte ihren Atem, ruhig und gleichmässig. Dann lag ihre Hand auf ihm — eine einzelne warme Handfläche, flach gegen ihn. Kein Schlag. Ein Anspruch.
«Für diese Position haben Sie sich beworben, Herr Walsh.»
«Ja, Chefin.»
Sie schob eine Hand nach vorn und nahm ihn in ihre Faust. Sie streichelte ihn langsam. Nur einmal. Zweimal. Gerade genug, dass er gegen den Schreibtisch stöhnte.
«Ich denke, Sie würden sich hier gut machen.»
«Ja — fuck — ja, Chefin.»
Sie hörte nicht auf. Ihre Hand bewegte sich weiter an ihm, während die andere seinen Rücken hinabstrich, seinen Oberschenkel, zwischen seine Beine. Auch dort umfasste sie ihn, ihre Handfläche warm. Sie hielt ihn mit einem Knie an der Rückseite seines Oberschenkels am Rand des Schreibtischs.
Er zitterte bereits.
«Sie dürfen nicht kommen, ohne Erlaubnis.»
Er nickte, war sich aber nicht sicher, ob er überhaupt noch gehorchen konnte.
Sie nahm die Hand von ihm. Er wimmerte — wimmerte wirklich — und spürte, wie ihm die Hitze bis in die Brust stieg.
Er hörte sie hinter sich. Er hörte, wie sie etwas öffnete. Er hörte ein feuchtes Geräusch — ihre eigene Hand, zwischen ihren eigenen Beinen, langsam. Sie berührte sich selbst. Sie gab einen kleinen Laut von sich, nur für sich, und er fuhr ihm direkt die Wirbelsäule hinauf.
«Bitte.»
«Bitte was?»
«Bitte lassen Sie mich.»
«Was soll ich Sie lassen, Herr Walsh?»
«Lassen Sie mich — lassen Sie mich Sie zum Kommen bringen. Alles.»
«Hm.»
Sie ging um den Schreibtisch herum. Sie hob seine Augenbinde gerade weit genug an. Er sah sie — gerötet, das Haar aus der Spange gelöst, ihre Finger feucht. Sie hielt sie an seinen Mund.
«Aufmachen.»
Er öffnete den Mund. Sie schob ihre Finger hinein, er schmeckte sie, und der Laut, den er machte, war halb Stöhnen und halb Gebet.
Sie zog die Augenbinde wieder herunter.
Sie löste erst ein Handgelenk, dann das andere. Sie drehte ihn gegen den Schreibtisch. Sie kletterte auf ihn — Rock hochgeschoben, jetzt ohne Unterwäsche, er wusste nicht einmal, wann sie sie ausgezogen hatte — und liess sich in einer einzigen langsamen Bewegung auf ihn sinken, ganz hinunter.
Er schrie in die Augenbinde.
Sie ritt ihn. Erst langsam. Dann nicht mehr langsam. Ihre Hand legte sich leicht um seine Kehle, nicht genug, um ihm Angst zu machen, nur genug, um ihn daran zu erinnern, wessen Raum das hier war. Sie kam zuerst, auf ihm, um ihn herum, und der Laut, den sie machte, klang nach nichts, was sie in einer normalen Nacht von sich gab.
«Jetzt», sagte sie.
Er kam so heftig, dass er seinen eigenen Namen vergass.
Er spürte, wie sie sanft von ihm glitt, ihn vorsichtig wieder gegen den Schreibtisch sinken liess und mit behutsamen Fingern die Augenbinde löste.
Sie küsste ihn. Weich, echt. Einfach Sara.
«Du warst gut.»
«Sara — mein Gott —»
«Ich weiss.»
Sie half ihm aufzustehen. Sie führte ihn zum Bett. Sie legte sich neben ihn, strich ihm das Haar zurück und küsste seine Schulter. Eine Weile sagten sie nichts.
«Tom?»
«Mm.»
«Du bist eingestellt.»
Er lachte so heftig in ihren Hals, dass er bebte.
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