15 Mythen über Masturbation – Fakten statt Vorurteile
Dank offenerer Gespräche über Sexualität und der wachsenden Online-Sexualaufklärung erkennen immer mehr Menschen die positive Seite der Masturbation. Trotzdem halten sich rund um diese vollkommen natürliche Sache nach wie vor jede Menge irreführende Informationen, veraltete Überzeugungen und Tabus.
In diesem Blogbeitrag nehmen wir die häufigsten Masturbation Mythen unter die Lupe und räumen mit ihnen auf – wissenschaftlich fundiert. Egal ob du Mann oder Frau bist, in einer Beziehung lebst oder solo unterwegs bist: Selbstbefriedigung darf ein gesunder Teil deines Sexlebens sein.
Inhaltsverzeichnis
- Woher kommen die Masturbation Mythen?
- Mythos 1: Masturbation macht krank
- Mythos 2: Masturbation senkt die Libido
- Mythos 3: Masturbation raubt dir Energie
- Mythos 4: Frauen masturbieren von Natur aus nicht
- Mythos 5: Bei zu viel Masturbation gehen die Spermien aus
- Mythos 6: Masturbation in der Beziehung ist Fremdgehen
- Mythos 7: Masturbation verändert das Aussehen der Geschlechtsteile
- Mythos 8: Masturbation macht unempfindlich
- Mythos 9: Masturbation hat keine gesundheitlichen Vorteile
- Mythos 10: Masturbation verursacht psychische Probleme
- Mythos 11: Sportler sollten nicht masturbieren
- Mythos 12: Häufige Masturbation macht unfruchtbar
- Mythos 13: Regelmässige Masturbation führt zur Sexsucht
- Mythos 14: Es gibt nur eine richtige Art zu masturbieren
- Mythos 15: Während der Periode soll man nicht masturbieren
- Sichere Masturbation: Gleitgel, Reinigung und Aufbewahrung
- Masturbation ist natürlich und gesund
- FAQ: Häufige Fragen rund um Masturbation Mythen
Woher kommen die Masturbation Mythen?
Die meisten Masturbation Mythen stammen aus jahrhundertealten religiösen Lehren, der prüden Moralvorstellung des viktorianischen Zeitalters und früher medizinischer Fehlinformation. Lange wurde Selbstbefriedigung fälschlicherweise mit Krankheit, Wahnsinn und Sittenverfall in Verbindung gebracht. Diese Vorstellungen sickerten in die Popkultur ein und hielten sich viel länger, als sie es verdient hätten.
Spannender Schweizer Bezug: Der Lausanner Arzt Samuel Auguste Tissot veröffentlichte 1760 sein Buch «L'Onanisme», das zum europaweiten Bestseller wurde und Onanie mit Erblindung, Nervenschwäche und sogar dem Tod in Verbindung brachte. Diese Schrift hat die Angst vor Selbstbefriedigung in ganz Europa über Generationen mitgeprägt. Auch wenn die moderne Wissenschaft Tissots Thesen längst widerlegt hat, prägt die damit verbundene Scham bis heute, wie viele Menschen über Selbstbefriedigung denken. Wer versteht, woher diese Mythen kommen, kann sie viel leichter loslassen.

Mythos 1: Masturbation macht krank
Einer der hartnäckigsten Mythen besagt, häufige Selbstbefriedigung führe zu schlechten Augen, behaarten Handflächen, trockener Haut, Haarausfall, Pickeln, Hormonproblemen oder gar Gedächtnislücken.
Die Realität: Für all das gibt es keinen einzigen wissenschaftlichen Beleg. Masturbation ist eine der sichersten Arten, einen Orgasmus zu erleben – ohne Risiko einer ungewollten Schwangerschaft oder einer sexuell übertragbaren Infektion.
Mythos 2: Masturbation senkt die Libido
Viele glauben, regelmässige Selbstbefriedigung mache die Lust mit der Zeit «faul».
Die Realität: Eine sinkende Libido hat fast immer andere Ursachen: Stress, Beziehungsprobleme, hormonelle Veränderungen, Medikamente oder gesundheitliche Beschwerden. Masturbation an sich senkt deine Lust nicht – im Gegenteil, sie kann sie sogar gesund halten.
Mythos 3: Masturbation raubt dir Energie
In manchen Foren liest man, ein Orgasmus stehle dir deine «Lebensenergie» und mache dich danach müde und schlapp.
Die Realität: Klar, nach dem Höhepunkt fühlst du dich vielleicht entspannt oder schläfrig. Das liegt an Glückshormonen wie Dopamin, Oxytocin und Endorphinen, die deine Stimmung heben und Stress abbauen. Es ist also keine Erschöpfung, sondern ganz natürliche Entspannung.
Mythos 4: Frauen masturbieren von Natur aus nicht
Manche meinen immer noch, nur «schmutzige» oder «verdorbene» Frauen würden Selbstbefriedigung geniessen.
Die Realität: Sexuelles Verlangen hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Masturbation ist für Frauen genauso natürlich wie für Männer. Sie hilft dir, deinen eigenen Körper kennenzulernen, stärkt das Selbstbewusstsein und kann sogar den Sex mit der Partnerin oder dem Partner verbessern. In der Schweiz wird das Thema heute deutlich offener besprochen als noch vor einer Generation – das nimmt vielen Frauen den Druck, sich für die eigene Lust zu rechtfertigen.
Mythos 5: Bei zu viel Masturbation gehen die Spermien aus
Viele Männer denken, sie hätten einen begrenzten Vorrat, der irgendwann aufgebraucht ist.
Die Realität: Ein gesunder Mann produziert jeden Tag Millionen neuer Spermien. Ein «trockener Orgasmus» hat fast immer medizinische Gründe wie eine retrograde Ejakulation, Diabetes oder einen verschlossenen Samenleiter – und nichts mit Masturbation zu tun.
Mythos 6: Masturbation in der Beziehung ist Fremdgehen
Manche finden: Wer in einer Beziehung lebt, sollte alle Lust ausschliesslich von der Partnerin oder dem Partner bekommen.
Die Realität: Masturbation ist kein Seitensprung. Sie ist «Me-Time», die dir hilft, deinen eigenen Körper und deine Wünsche zu verstehen – und kann euer gemeinsames Sexleben dadurch sogar bereichern. Zum Problem wird es erst, wenn jemand ausschliesslich auf Selbstbefriedigung setzt und die Partnerin oder den Partner darüber vernachlässigt.
Mythos 7: Masturbation verändert das Aussehen der Geschlechtsteile
Viele befürchten, zu viel Selbstbefriedigung mache die Schamlippen dunkler oder den Penis kleiner.
Die Realität: Das Aussehen deiner Geschlechtsteile verändert sich nur durch Alter, Genetik, Verletzungen oder Operationen. Masturbation hat darauf keinen Einfluss.
Mythos 8: Masturbation macht unempfindlich
Du hast vielleicht schon gehört, dass zu viele Sextoys oder zu intensive Techniken zu dauerhafter Taubheit führen.
Die Realität: Die Empfindlichkeit lässt nur dann nach, wenn du immer wieder dieselbe übertrieben starke Stimulation einsetzt – etwa den berüchtigten «Death Grip» oder einen extrem starken Vibrator. Wechsle Technik, Spielzeug und Berührung ab, und du musst dir keine Sorgen machen.
Mythos 9: Masturbation hat keine gesundheitlichen Vorteile
Manche halten Selbstbefriedigung immer noch für sinnlos oder «schmutzig».
Die Realität: Studien zeigen, dass Masturbation Stress reduziert, Kopf- und Menstruationsschmerzen lindert, die Schlafqualität verbessert und bei Männern sogar dabei helfen kann, einen gesunden Testosteronspiegel zu halten.
Mythos 10: Masturbation verursacht psychische Probleme
Manche behaupten, Selbstbefriedigung löse Angst oder Depressionen aus.
Die Realität: Masturbation selbst verursacht keine psychischen Probleme. Negative Gefühle wie Schuld oder Scham stammen meist aus kulturellen Prägungen, nicht aus der Handlung an sich. Wenn du dich danach oft niedergeschlagen fühlst, lohnt sich ein Gespräch mit einer Fachperson, da häufig ein unverarbeitetes Thema oder ein tieferliegender Grund dahintersteckt.
Mythos 11: Sportler sollten nicht masturbieren
Der Mythos sagt, Selbstbefriedigung senke den Testosteronspiegel und schade der Leistung.
Die Realität: Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Masturbation die sportliche Leistung mindert. Dass bei grossen Sportveranstaltungen routinemässig Kondome verteilt werden, zeigt: Sexualität gehört auch im Profisport ganz selbstverständlich zum Alltag.
Mythos 12: Häufige Masturbation macht unfruchtbar
Manche behaupten, Selbstbefriedigung schade der männlichen Fruchtbarkeit.
Die Realität: Ein gesunder Körper produziert ständig neue Spermien. Masturbation verursacht keine Unfruchtbarkeit. Diese hat immer konkrete medizinische Ursachen wie eine Varikozele, genetische Faktoren oder Verletzungen.
Mythos 13: Regelmässige Masturbation führt zur Sexsucht
Manche stempeln jede häufige Selbstbefriedigung gleich als Sucht ab.
Die Realität: Sexsucht ist eine ernsthafte Erkrankung, aber nicht dasselbe wie häufiges Masturbieren. Bei einer Sucht kann jemand das eigene Verhalten nicht mehr kontrollieren und der Alltag wird massiv beeinträchtigt – das ist ein ganz anderes Bild.
Mythos 14: Es gibt nur eine richtige Art zu masturbieren
«Männer machen es so, Frauen anders» – das hast du sicher schon gehört. Aber wie langweilig wäre es, wenn es nur einen Weg zur eigenen Lust gäbe.
Die Realität: Masturbation ist eine sehr persönliche Erfahrung. Es gibt keine «richtige» Technik, also probier ruhig verschiedene Bewegungen, Fantasien oder Sextoys aus. Entscheidend ist nur, was sich für dich gut anfühlt.
Mythos 15: Während der Periode soll man nicht masturbieren
Der Mythos behauptet, Menstruationsblut sei irgendwie unrein und Selbstbefriedigung in dieser Zeit tabu.
Die Realität: Ein Orgasmus während der Periode kann Krämpfe, Brustspannen und Stress sogar lindern. Die internationale Menstrubation Study hat die positiven Effekte von Masturbation während der Menstruation ebenfalls bestätigt.

Sichere Masturbation: Gleitgel, Reinigung und Aufbewahrung
Sichere Masturbation beruht auf drei einfachen Gewohnheiten: das passende Gleitgel verwenden, deine Toys ordentlich reinigen und sie trocken sowie staubfrei aufbewahren. Wer diese Basics beherrscht, schont die Haut, verlängert die Lebensdauer der Spielzeuge und sorgt für mehr Genuss bei jeder Session.
Das richtige Gleitgel wählen
Ein gutes Gleitgel reduziert Reibung, schützt empfindliche Haut und sorgt schlicht für ein besseres Gefühl. Gleitmittel auf Wasserbasis sind die sichersten Allrounder und vertragen sich mit jedem Toy. Silikonbasierte Varianten halten länger und eignen sich auch unter der Dusche, sollten aber nicht mit Silikon-Toys kombiniert werden. Ölbasierte Gleitmittel können Latexkondome beschädigen, prüf also vor dem Griff dazu unbedingt das Etikett.
Sextoys richtig reinigen
Wasche deine Sextoys vor und nach jedem Gebrauch mit warmem Wasser und einer milden, parfümfreien Seife oder einem speziellen Toy-Reiniger. Nicht poröse Materialien wie medizinisches Silikon, Glas und Edelstahl lassen sich am einfachsten hygienisch halten. Prüfe immer, ob dein Toy wasserdicht ist, bevor du es untertauchst, und koche niemals ein Toy mit Motor aus.
Toys clever aufbewahren
Lager deine Toys an einem sauberen, trockenen Ort, geschützt vor direktem Sonnenlicht und Staub. Ein Stoffbeutel oder eine eigene Box eignet sich am besten. Wirf verschiedene Materialien nicht einfach zusammen, denn Silikon-Toys können miteinander reagieren. Nimm aus Spielzeugen, die du längere Zeit nicht verwendest, die Batterien heraus, um Korrosion zu verhindern. Viele Schweizerinnen und Schweizer bestellen ihre Toys übrigens bewusst online, weil die diskrete neutrale Verpackung den Inhalt am Briefkasten oder Hauseingang unsichtbar hält.
FAQ: Häufige Fragen rund um Masturbation Mythen
Ist Masturbieren gesund oder ungesund?
Masturbieren ist gesund und gilt wissenschaftlich als eine der sichersten sexuellen Aktivitäten – ohne Risiko einer Schwangerschaft oder einer sexuell übertragbaren Infektion. Im Gegenteil: Selbstbefriedigung kann Stress abbauen, Menstruationsschmerzen lindern, den Schlaf verbessern und dir helfen, deinen Körper besser kennenzulernen. Damit ist sie ein positiver Teil eines ausgewogenen Sexlebens.
Wie oft ist Masturbation normal?
Es gibt keine «normale» Häufigkeit. Manche geniessen Selbstbefriedigung mehrmals pro Woche, andere ein paar Mal im Monat, wieder andere kaum. Alles davon ist gesund. Bedenklich wird es erst, wenn Masturbation deinen Beruf, deine Beziehung oder deinen Alltag spürbar beeinträchtigt – dann lohnt sich ein Gespräch mit einer Fachperson.
Was passiert, wenn man zu oft masturbiert?
Bei den allermeisten passiert schlicht: nichts. Du wirst weder krank noch unfruchtbar. Wer es übertreibt, kann allerdings vorübergehend gereizte Haut, etwas weniger Empfindlichkeit oder Erschöpfung spüren. Auch wenn Masturbation den Sex mit der Partnerin oder dem Partner ersetzt oder den Alltag bestimmt, ist das ein Signal, das eigene Verhalten ehrlich zu hinterfragen.
Beeinflusst Masturbation Spermienzahl oder Fruchtbarkeit?
Nein, regelmässige Masturbation senkt bei gesunden Männern weder die Spermienzahl noch verursacht sie Unfruchtbarkeit. Der Körper produziert ständig neue Spermien, ein «Leerwerden» gibt es nicht. Bei Kinderwunsch empfehlen Ärztinnen und Ärzte manchmal, den Geschlechtsverkehr um den Eisprung zu timen – das ist eine Strategie, keine Warnung vor Selbstbefriedigung.
Ist Masturbation während der Periode in Ordnung?
Absolut. Selbstbefriedigung während der Periode ist sicher und kann sogar guttun. Orgasmen setzen Endorphine frei, die Menstruationsschmerzen lindern, Brustspannen reduzieren und die Stimmung heben. Leg einfach ein Tuch oder ein Handtuch unter, falls du dir Sorgen wegen Flecken machst, und hör auf deinen Körper. Fühlt sich etwas unangenehm an, hör auf.
Welches Sextoy eignet sich am besten für Einsteigerinnen und Einsteiger?
Wenn du gerade erst startest, halt es einfach und wähle etwas, das zu dem passt, was sich für dich schon gut anfühlt. Ein kleiner Vibrator ist ideal für klitorale oder ganzkörperliche Stimulation, ein einsteigerfreundlicher Dildo eignet sich für innere Reize und ein weicher Masturbator ist ein einfacher Einstieg für Penisbesitzer. Kombiniere das Ganze mit einem Gleitgel auf Wasserbasis und du bist startklar.
Masturbation ist natürlich und gesund
Mythen rund um Masturbation schaden dem sexuellen Wohlbefinden seit Jahrhunderten. Wichtig ist, dass uns Wissen und Selbstwahrnehmung leiten – nicht Angst oder Scham. Selbstbefriedigung ist normal, sicher und tut gut, solange sie einen ausgewogenen Platz in deinem Leben hat.
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